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Adams ErbeAstrid Rosenfeld «Adams Erbe»

Erzählt werden die Kinder- und Jugendjahre und das Erwachsenenleben zweier jüdischer Männer hauptsächlich in Berlin. Es handelt sich zum einen um Edward Cohen, der um das Jahr 2000 erwachsen wird. Zum anderen um Adam Cohen, der zur Zeit des Nationalsozialismus ein junger Erwachsener ist. Die beiden Geschichten trennen zwei Generationen, weisen jedoch Parallelen auf und sind miteinander verknüpft:
Zum Beispiel ist Adam der Grossonkel von Edward. Er hat Edward sein Äusseres vererbt. Edward erinnert die anderen Familienmitglieder permanent an Adam, auf den die Familie nicht gut zu sprechen ist. Die Familie denkt nämlich, dass Adam das gesamte Familienvermögen für sich abgezweigt hat, das eigentlich für die Flucht nach England bestimmt gewesen wäre. Eines Tages findet Edward das Tagebuch von Adam und erfährt darin, dass sich die Dinge ganz anders zugetragen haben.
Beide haben eine Begegnung mit je einer Frau, die von entscheidender Bedeutung ist.
Rosenfelds Roman ist hauptsächlich eine Liebesgeschichte, in Adams Fall, zur Zeit des 2. Weltkriegs. Es ist ein starker Roman, der berührt und beschäftigt. Das Buch ist gut geschrieben und liest sich dementsprechend flüssig. „Adams Erbe“ ist die erste Geschichte, der 1977 in Köln geborenen Autorin. Sie schreibt bereits an einem neuen Buch.

Diogenes, 385 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, ISBN: 978-3-257-06772-9, Fr. 36.90

…für Sie verfasst von Andrea Kobler

Alles über LuluJonathan Evison «Alles über Lulu»

Will Miller wohnt mit seinem Vater Big Bill, einem Bodybuilder, und den Zwillingsbrüdern Doug und Ross in Kalifornien. Die Mutter der Knaben starb an Krebs, als sie noch klein waren. Will ist Brillenträger und Vegetarier. Der Vater und die Zwillinge frönen den Fitnessstudios und lieben Lammkeulen, Truthähne und Hähnchenschenkel, die sie in riesigen Mengen verzehren. Will fühlt sich allein und als Aussenseiter, bis Big Bill`s neue Frau Willow mit ihrer Tochter Lulu bei ihnen einzieht. Will verliebt sich unsterblich in Lulu und irgendwie fühlen sie sich zueinander hingezogen bis Lulu ihn nach einem Sommercamp links liegen lässt. Was ist passiert?
Die Teenager wachsen im Familienchaos heran. Jedes Kind und die beiden Erwachsenen haben ihre Eigenheiten und ausgeprägte Charaktere. Amüsanter und lebendiger kann man sich ein Familienleben nicht vorstellen. Dass hinter der ganzen Fassade ein Familiengeheimnis versteckt ist, ahnt man nicht. John Irving lässt grüssen.

Kiepenheuer& Witsch, 379 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, ISBN: 978-3-462-04333-4, Fr. 28.90

…für Sie verfasst von Patricia Stern

Heute wegen Glück geschlossenPatrice Leconte «Heute wegen Glück geschlossen»

Thomas wird in drei Jahren seinen dreissigsten Geburtstag feiern und er träumt davon, vorher die Frau fürs Leben zu finden und diese auch sogleich zu heiraten. Thomas liebt die Frauen, ganz besonders solche mit kurzen Haaren, kurze Haare, das sagt viel aus über eine Frau, “seine” Frau wird sicher kurze Haare tragen.
Thomas arbeitet in einer Papeterie mit nostalgischem Charme im Herzen von Paris.
Patrice Leconte gelingt eine übersprühende, lebensfrohe Komödie voller bezaubernder Charaktere.
Wunderschön zu lesen, einfach zum geniessen. Ein kleines Juwel

Ehrenwirth, 206 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, ISBN: 978-3-431-03846-0, Fr. 16.90

…für Sie verfasst von Ursi Kupferschmdit

Ab jetzt ist RuheMarion Brasch «Ab jetzt ist Ruhe» ; Roman meiner fabelhaften Familie

»Ab jetzt ist Ruhe« – dieser Spruch, den die unruhigen Kinder mit ihrer Mutter aufsagten und der sie in den Schlaf geleiten sollte, liegt wie ein Motto über dem Familienroman von Marion Brasch.
Die jüdischen Eltern, die sich im Exil in London kennenlernten, gründeten die Existenz ihrer jungen Familie in Ostberlin, wo der Vater nach dem Krieg seine Ideale als Politiker verwirklichen wollte. Die drei Söhne – zwei davon wurden Schriftsteller, der mittlere Schauspieler – revoltierten gegen die Autorität der Vätergeneration und scheiterten an der Wirklichkeit, während die kleine Schwester Versöhnung und Ausgleich suchte und oft genug damit an Grenzen stieß, auch an die eigenen.
Marion Brasch ist mit diesem Roman eine wunderbare Familien- und Frauengeschichte,ein bewegender, oft witziger Rückblick auf die Geschichte ihrer Familie gelungen, gleichzeitig erzählt sie ihr eigenes Leben in einem Land, das es heute nicht mehr gibt. Durch alle Tiefen und Höhen des Lebens vom Kleinkind bis zur erwachsenen Frau. Marion muss vieles erleben bis sie sich zur Erkentniss zur fabelhaften Familie durchringen kann. Mit 40 Jahren, am Grab des letzten Bruders sagt sie ein letztes mal: Ab jetzt ist Ruhe.
Ein fabelhafter Roman der sich über die DDR Geschichte erhebt, echte Literatur.

S.Fischer, 398 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, ISBN: 978-3-10-004420-4, Fr. 28.90

…für Sie verfasst von Ursi Kupferschmidt

Späte Rosen; Mein Vater, das Leben und ichBrigitta Wider «Späte Rosen; Mein Vater, das Leben und ich»

Was bedeutet es, seine Mutter oder seinen Vater im Pflegeheim "abzugeben"? Mit ansehen müssen, wie die Kräfte schwinden, der Geist ermüdet, wie abhängig die eigene Mutter, der eigene Vater von der Pflege durch andere wird, schmerzt.
Brigitta Wider kennt diese Schuldgefühle, die Zweifel und die Trauer über das Zurücklassenmüssen eines Elternteils. Bei ihren regelmässigen Besuchen beim Vater im Heim durchlebt sie ein Wechselbad der Gefühle. Sie stösst an die Grenzen ihrer eigenen Belastbarkeit. Dennoch sieht sie in diesen Besuchen eine Chance. Nun können sie die Zeit gemeinsam verbringen. Die Tochter braucht sich weder um die Pflege noch um das Essen zu kümmern. In dieser geschenkten Zeit entdeckt sie allmählich bisher unbekannte Seiten an ihrem Vater und kann ihm - endlich - neu begegnen.

Dieses Buch macht Mut im eigenen Umgang mit der alten Mutter, dem alten Vater. Brigitta Wider hat es geschafft, offen und ehrlich ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Das berührende Zwiegespräch der Tochter mit ihrem Vater ist ein leidenschaftliches Plädoyer für das Leben, liebenswürdig und wertschätzend, auch gegenüber dem Personal.
Mir gefällt das Buch auch deshalb, weil eine Tochter-Vater-Beziehung im Mittelpunkt steht und nichts beschönigt wird. Die vielen positiven und versöhnenden Gedanken unterstützen das Loslassenmüssen der eigenen Eltern.

Claudia Wartmann, 200 Seiten, Taschenbuch, ISBN: 978-3-9523218-5-0, Fr. 28.00

…für Sie verfasst von Barbara Büsser

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